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Technologie
20. Januar 2026

eCoC in der Praxis: IVI XML, XAdES-Signaturen und die Einreichungswege über den NAP

eCoC in der Praxis: IVI XML, XAdES-Signaturen und die Einreichungswege über den NAP

Drei Bausteine, die ineinandergreifen müssen

Die eCoC-Architektur ruht auf drei eng verzahnten technischen Standards: dem IVI-2.0-XML-Format für die strukturierten Daten, digitalen XAdES-Signaturen für Echtheit und Integrität sowie den nationalen Zugangspunkten (NAPs) für die Übermittlung an den jeweiligen Mitgliedstaat. Versagt auch nur einer dieser Bausteine, wird die Einreichung zurückgewiesen.

IVI 2.0 XML: das Datenformat

Das eCoC liegt als IVI-2.0-Datei (Initial Vehicle Information) vor – einer von der Europäischen Kommission spezifizierten XML-Struktur. Sie trägt dieselben Inhalte wie ein Papier-CoC, ist aber maschinenlesbar und schemaprüfbar.

Wesentliche Merkmale des IVI-XML

  • • Die XML-Struktur richtet sich nach dem harmonisierten EU-IVI-Schema und arbeitet mit länderspezifischen Genehmigungsbehörden-Codes (etwa e1 für Deutschland, e2 für Frankreich, e9 für Spanien).
  • • Jede Genehmigungsbehörde gleicht eingehende Dateien mit dem XSD-Schema ab. Strukturfehler oder fehlende Pflichtfelder ziehen eine sofortige Ablehnung nach sich.
  • • Felder sind je nach Fahrzeugklasse und Aufbaustufe bedingt verpflichtend – das Schema ist entsprechend vielschichtig.

Digitale XAdES-Signaturen

Jedes eCoC ist mit einer XAdES (XML Advanced Electronic Signature) digital zu signieren. Das ist keine beliebige Signatur, sondern ein eigener Standard, der speziell auf XML-Dokumente und langfristige Prüfbarkeit ausgelegt ist.

Was XAdES voraussetzt

  • • Signatur mit einem qualifizierten Zertifikat eines auf der EU Trusted List geführten Vertrauensdiensteanbieters (QTSP).
  • • In die XML-Struktur eingebettete Signatur (umhüllte Signatur).
  • • Zeitstempel als Nachweis des Signaturzeitpunkts.
  • • Validierungsdaten der Zertifikatskette zur Absicherung der Langzeitverifikation (Variante XAdES-T bzw. XAdES-LT).

Einreichungswege über den NAP

Jeder EU-Mitgliedstaat unterhält seinen eigenen nationalen Zugangspunkt (NAP). Die meisten NAPs eröffnen zwei Einreichungswege:

Webportal

Manueller Datei-Upload für kleinere Mengen und Tests. Passend für Kleinserienhersteller.

API (System-zu-System)

Automatisierte Übertragung für hohe Stückzahlen, direkt in ERP- und Produktionssysteme integriert.

Wer in mehrere Mitgliedstaaten liefert, bindet entweder jeden NAP einzeln an oder setzt auf das grenzüberschreitende EUCARIS-Modell.

eCoC EU² deckt den gesamten Stack ab

  • Generierung von IVI-2.0-XML samt Schema-Prüfung vor der Einreichung
  • Eingebaute XAdES-Signatur mit qualifizierten QTSP-Zertifikaten
  • Einreichung an mehrere NAPs über Portal und API in jedem Mitgliedstaat
  • Unterstützung des EUCARIS-Abrufs für grenzüberschreitende Zulassungen

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